Geschichte der Zeitmessung vom Kalender zur Uhr

Schon immer versuchte der Mensch durch Beobachtung der Himmelsgestirne, Sonne und Mond die Jahreszeiten und den Wetterverlauf zu bestimmen. Die ägyptischen Gelehrten haben versucht einen Kalender zu entwickeln und mit Sonnenuhren zu arbeiten.

Später haben die Juden einen Kalender entwickelt. Besonders verblüffend ist der Mayakalender. Der komplex verschachtelte Kalender stimmt mit den Sonnenfleckenzyklen überein. Das Sonnenjahr ist bis auf drei Stellen hinter den Komma genau berechnet worden.

Aus der Bronzezeit, ca. 2000 Jahre vor Christus ist die Himmelsscheibe von Nebra erhalten. Dort wurde der Himmel konkret dargestellt.

Um das Jahr 1000 vor Christus entwickelten die Ägypter tageslichtunabhängige Wasseruhren. Daher kommt die Redewendung die Zeit ist abgelaufen.

In vorchristlicher Zeit wurden vor allem Sonnenuhren eingesetzt. Parmenio entwickelte 300 vor Christus sogar eine Taschensonnenuhr für die Reise. Ein Barbier mit Namen Ktesibios – Schüler von Archimedes – entwickelte aufgrund der Gesetze von Hydraulik und Mechanik erstmals eine Wasseruhr mit Ziffernblatt und Zeiger.

Im frühen Mittelalter sind Sanduhren und Kerzenuhren entstanden. In China wurden auch mit Zündschnuren, Räucherstäbchen und Öllampen gearbeitet.

In Köln entstehen die ersten Wasseruhrmacher, sogenannten Urlugen und es wird eine Gasse entsprechend benannt.

Anfang des 13. Jahrhunderts werden schliesslich die ersten Räderuhren gefertigt. Sie werden vor allen in Türme von Kathedralen und Rathäusern eingebaut und mit einen Schlagwerk kombiniert. Noch im gleichen Jahrhundert wird die Uhrzeit so definiert, das eine Tag 24 Stunden hat, eine Stunde 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden. In der Kathedrale von Salisburg (England) funktioniert noch heute die Uhr aus dieser Zeit.

Im 15. Jahrhundert beschäftigen sich Mönche mit der Herstellung von kleineren und genauen Uhren. Es sind Federzugwerke und die Spindelhemmung bekannt. Schliesslich gelang es den Nürnberger Schlosser Peter Henlein eine tragbare Uhr zu bauen. Er verkleinerte die Zugfeder und baute eine Federbremse ein. Die Uhren liefen 40 Stunden ohne aufgezogen zu müssen.

Später wurden die ersten Wanduhren gebaut, die bei reichen Bürgern und Bauern sehr beliebt worden und im gleichen Jahrhundert entstanden die ersten Wecker.

In London wird die erste Uhrenmanufaktur gegründet und es werden Zeitzonen geschaffen.

Christiaan Huygens baut die erste Uhr mit Pendel, es gibt Gerüchte, dass er die Erkenntnisse von Galileo Galilei verwendet hat, dem der Bau nicht gelungen ist. Der Schweizer Uhrmacher Gruet verwendete statt der Darmseite eine kleine Kette zur Übertragung und verbesserte die Genauigkeit.

Es folgen viele weitere technische Entwicklung wie die Zykloide für die Verzahnung, die Hakenhemmung oder die Stahlfeder. Die Uhren entwickeln sich zu einen hohen feinmechanischen Kunstwerk.

1681 fertigt Jean Richard im Neuenburger Jura Taschenuhren. Dies gilt als Geburtsstunde der Schweizer Uhrenindustrie.

In Schönwald wird von Anton Ketterer die erste Kuckucksuhr gebaut. Die bis dahin gebräuchlichen Waaguhren werden durch Pendeluhren ersetzt.

In der Schweiz führt Abraham Louis Breguet sehr viele neue Techniken ein und versieht seine Uhren mit einer charakterischen Zeigerform. Die ersten Armbanduhren entstehen, angeblich hatte das erste Modell Brequet der Königin von Neapel geliefert.

Um 1820 wurde in Breslau die erste elektrische Uhr gebaut und es finden sich die ersten Ideen Uhren von einer Zentrale aus steuern zu können.

In La Chaux de Fonds entstehen Uhrenfabriken, die besonders preiswerte Taschenuhren herstellen. die Stadt entwickelt sich zum grössten Uhrenproduzenten auf der Welt. Ingersoll Bros. produziert in Delta Michigan 1 Dollar Uhren und verkauft jährlich bald eine Million Stück. Die U

1921 werden Quarzkristalle zur Frequenzstabilisierung von Röhrenoszillatoren verwendet. Damit ist die Grundlage zur Herstellung von Quarzuhren geschaffen. Im gleichen Jahrzehnt wird von Rolex die erste wasserdichte Armbanduhr vorgestellt.

Nachdem 2. Weltkrieg steigt Russland in die Uhrenproduktion ein, die Anlagen wurden aus Deutschland abtransportiert. Die Uhren heissen Pobeda, was auf deutsch Sieg heisst.

Ab 1964 wird eine Cäsium-Atomuhr zur genauen Zeitbestimmung eingesetzt.

In der Schweiz und Japan werden Quarzarmbanduhren entwickelt. Die Japaner hatten grosse Markterfolge, die Schweizer Uhrenindustrie hat zu lange auf klassische Uhren gesetzt. Jedoch gelingt der Schweiz mit der Swatch ein grosser Marketingerfolg, indem die Uhren zu einen Modeassesoire wird.

Die Swatch führte zu neuen Selbstbewusstsein für die Schweizer Uhrenindustrie und es gelang den Eidgenossen vermehrt wieder hochpreisige Uhren abzusetzen.

Die ostdeutsche Uhrenindustrie, welche günstige Uhren produzierte, gelingt es mit Glashütte und Lange wieder exklusive Uhren zu vermarkten.

Mit dem Mobiltelefon begannen die Leute vermehrt die Zeit vom Telefon abzulesen. Das Iphone 2005 brauchte viele Möglichkeiten auf dem Markt. Dennoch hat sich die Uhr als Zeitmesser etabliert. Im Jahr 2013 entstańden die ersten Smartwatches, die oft eine zu kurze Batterielaufzeit haben. Sie integrieren viele praktische Funktionen zur Fitness und Gesundheitsüberwachung.